14-03-12 14:07
Kreisklinikum investiert in die Zukunft 31,8 Millionen Euro in neues Bettenhaus – Ärztehaus kommt
Siegen. Die Kreisklinikum Siegen GmbH investiert in den kommenden Jahren 31,8 Millionen Euro in den Standort Siegen- Weidenau. Heute nahmen der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung des Kreisklinikums, Landrat Paul Breuer, und Geschäftsführer Bertram Müller den ersten Spatenstich für den Bau des Bettenhauses vor. In den kommenden zwölf Monaten wird auf der derzeitigen Brachfläche hinter dem Krankenhaus entlang der Ferndorf ein sechsgeschossiges Bettenhaus entstehen. Parallel dazu werden ein Blockheizkraftwerk sowie die Erweiterung der Bettenzentrale und eine neue Zentrale Umkleide errichtet. Das neue Bettenhaus soll die Abteilungen des Hauses Siegen aufnehmen. Das ehemalige Stadtkrankenhaus soll ab 2014 Teil des Campus Siegen der Universität werden. Der Umzug des Stadtkrankenhauses von Siegen nach Weidenau soll jetzt im Juli 2013 stattfinden. Bis dahin muss das Bettenhaus in Weidenau fertig sein, sagt Verwaltungsleiter Eckhard Haub. Um diese logistische Großaufgabe zu bewältigen, wird das neue Bettenhaus mit einem sehr hohen Vorfertigungsgrad erstellt. Die ersten beiden Stockwerke werden herkömmlich in Stahlbeton hergestellt, vier Stockwerke kommen in Modulbauweise. „Hier sind sogar Waschtisch und Duschtasse schon ab Werk fertig eingebaut“, erklärt Haub. Dadurch werde ein höherer Grad an Terminsicherheit erreicht. Das Kreisklinikum nutzt die Großinvestition auch dazu, den Klinikumsbetrieb patientenfreundlicher zu machen. Im neuen Bettenhaus mit 223 Betten wird es hauptsächlich Einbett- und Zweibettzimmer geben, darunter auch 29 Komfortzimmer mit besonderer Ausstattung. Eine Farbpsychologin berät das Klinikum bei der Farbgestaltung des Neubaus und später bei der Neustrukturierung des gesamten Hauses. Dies soll nicht nur die Besucherführung verbessern, sondern auch die Atmosphäre des Hauses prägen. Das L – förmige Bettenhaus wird an beiden Seiten an den Altbau angeschlossen und mit dem neuen „Haus Ferndorf“ per „Fußgängerbrücke“ verbunden. Der Neubau wird nicht nur Patientenzimmer aufnehmen. Im Erdgeschoss des neuen Bettenhauses wird das Zentrallabor untergebracht. Hier wird auch die Isolierstation mit 27 Betten untergebracht, auf der Patienten mit meldepflichtigen Erkrankungen liegen werden. In der 2. Etage findet sich die neue Intensivstation mit 24 Betten. Hier will das Kreisklinikum ebenfalls mit Ein- und Zweibettzimmern statt der bisher offenen Pflegebereiche arbeiten. Jeweils zwei Zimmer sind durch Fenster miteinander verbunden, so dass dann eine Pflegekraft vier Patienten sicher betreuen kann. Im Erdgeschoss des bestehenden Hauptgebäudes befindet sich die Bettenzentrale, die eine Vergrößerung erfährt und in der die Patientenbetten durch eine Art „Waschstraße“ geschickt und so nach höchstem hygienischem Standard gereinigt werden.
Der Neubau wurde auch unter ökologischen Gesichtspunkten präzise geplant. Die Versorgung des Hauses mit Strom und Wärme ergänzt ein mit Erdgas betriebenes Blockheizkraftwerk. Nach den jetzigen Daten muss dann allenfalls in Spitzenlastzeiten, „wenn alle medizinischen Großgeräte und sonstigen großen Verbraucher schnurren“, auf Strom aus dem Netz zurückgegriffen werden. Im April werden auch die Bauarbeiten für ein neues Ärztehaus vor dem Kreisklinikum beginnen. Hier findet das Medizinische Versorgungszentrum MedCenter GmbH, eine Tochtergesellschaft des Kreisklinikums, mit den Praxen Dr. Fatemi und Dr. Rosendahl ihren Hauptsitz. Ein Standbein wird das MVZ in der Siegener Oberstadt behalten. Neben dem MVZ wird im Ärztehaus noch Raum für mehrere Arztpraxen, eine Apotheke und eine Praxis für Physikalische Therapie entstehen. „Mit den enormen Investitionen am Haus Hüttental wird das Kreisklinikum noch effizienter arbeiten können“, sagen Landrat Paul Breuer als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung und Geschäftsführer Bertram Müller. Gerade in der medizinischen und in der Betreuungsqualität werde man durch den Neubau enorme Fortschritte machen. Dies seien letztlich Qualitäten, mit denen das Kreisklinikum Patienten weit über die Region hinaus ein überzeugendes, medizinisch wie pflegerisch hochklassiges Angebot machen könne.
Daten zum Neubau des Bettenhauses Gesamtfläche 9574 m² Umbauter Raum: 40150 m³ Bettenzahl: 223, davon 20 Dreibettzimmer, 52 Zwei- und 59 Einbettzimmer, davon 29 Komfortzimmer Inbetriebnahme: voraussichtlich im Juli 2013 Umzug des Haus Siegen: Juli 2013
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09-12-11 08:01
Röntgenstrahlung minimiert: Kreisklinikum Siegen installiert als weltweit erste Klinik den Computertomographen „Aquilion RXL“ von Toshiba
Röntgenstrahlung minimiert: Kreisklinikum Siegen installiert als weltweit erste Klinik den Computertomographen „Aquilion RXL“ von Toshiba
Kreisklinikum investiert in modernste Technologie zum Wohle der Patienten
Am 6. Dezember 2011 feiert das Kreisklinikum Siegen in Anwesenheit von Landrat Paul Breuer die Einweihung des neuen Computertomographen vom Typ „Aquilion RXL“, der den zehn Jahre alten bisherigen CT ablöst.
Das Gerät vom Hersteller Toshiba Medical Systems liefert beeindruckende Schnittbilder vom Körperinneren und minimiert die erforderliche Röntgenstrahlung. Hierfür sorgt die neue Software AIDR 3D, die in diesem Gerät erstmals serienmäßig zum Einsatz kommt.
AIDR steht für „Adaptive Iterative Dosis Reduzierung“ und ermöglicht, die Strahlendosis im Vergleich zu bisherigen Untersuchungen drastisch zu reduzieren. Dieses Verfahren benötigt eine sehr große Rechnerleistung und war deshalb bisher in der klinischen Routine nicht einsetzbar. „Meist waren derartige Systeme auch sehr teuer, so dass sich nur wenige Universitätskliniken in Deutschland diese neuen Verfahren leisten konnten“, erklärt Dr. Gregor Richter, Chefarzt der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie. „Mit dem Toshiba Aquilion RXL zieht die neue Technologie in Siegen ein; die Röntgendosis kann um bis zu 75 Prozent reduziert werden. Ein unschätzbarer Vorteil für unsere Patienten, insbesondere für junge Patienten und Frauen.“,
Medizintechnik auf dem Niveau von Universitätskliniken
„40 bis 50 Patienten pro Tag, an manchen auch mehr, untersuchen wir im CT. Dabei decken wir das vollständige Spektrum der Radiologie und Neuroradiologie ab“, ergänzt Dr. Burkhard Irnich, einer der beiden Chefärzte der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie. „Medizintechnik auf dem Niveau von Universitätskliniken ist die Basis, wir sind schließlich auch Akademisches Lehrkrankenhaus der Phillips-Universität Marburg und bilden Ärzte aus. So stehen in der Radiologie ein Computertomograph und zwei Kernspintomographen rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche zur Verfügung. Die Notwendigkeit zeigen die Patientenzahlen: Ca. 70.000 Leistungen werden in der Radiologie jährlich erbracht, davon sind mehr als 10.000 CT-Untersuchungen.“
Die herausragende Rechnerleistung ermöglicht eine schnellere Bildgebung und damit eine beschleunigte Diagnose. Dies ist auch im Sinne der Patienten, da unnötige Wartezeiten vermieden und Klinikabläufe noch weiter optimiert werden können. Besonders wichtig ist dies sicherlich im Zusammenhang mit Trauma- und Schlaganfallpatienten: Hier zählt jede Sekunde.
Garant für die Gesundheitsversorgung
„Es ist Ziel des Kreises, eine bezahlbare medizinische Versorgung auf höchstem Niveau für die Menschen in der Region vorzuhalten und anzubieten. Dafür investieren wir mit dem Kreisklinikum jedes Jahr hohe Summen, in diesem Fall rund 300.000 €“, unterstreicht Landrat Paul Breuer, zugleich Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Kreisklinikums: „Aber es ist schon ein außergewöhnliches Ereignis, dass es uns gelingt, weltweit als erste ein neues medizinisches Gerät einsetzen zu können. Deshalb ist dies ein besonders erfreulicher Tag für die Menschen und die Gesundheitsversorgung in Siegen-Wittgenstein.“
„Seit fast 150 Jahren ist unser Haus ein bedeutender Garant für die Gesundheitsversorgung und übernimmt Verantwortung für alle Menschen in der Region und darüber hinaus.“, resümiert Geschäftsführer Bertram Müller. „Auch in der Notfallversorgung sind wir zentraler Anlaufpunkt für Rettungskräfte, einschließlich des Luftwegs via Rettungshubschrauber. Dass wir dabei immer mit der Zeit gehen und einen sehr hohen Anspruch an uns selbst haben, sind wir unseren Patienten schuldig und versteht sich von selbst. Mit dem neuen CT von Toshiba sind wir einen weiteren vernünftigen Schritt nach vorn gegangen.“
Hohe Geschwindigkeit, niedrige Strahlung
„Speziell für Radiologen mit hohem Patientendurchsatz wurde der neue CT Aquilion RXL entwickelt. Hohe Geschwindigkeit und niedrigste Dosis sind Forderungen an die Entwicklung neuer Systeme“, so Andreas Lukoschek, Leiter Produktbereich CT bei Toshiba Medical Deutschland. „Diese Ansprüche haben wir nun in dem Aquilion RXL realisiert. Hier übernehmen wir Verantwortung, unseren Kunden die besten Technologien zur Verfügung zu stellen, damit sie ihre Herausforderungen meistern können. Das Kreisklinikum Siegen ist aufgrund der Vielzahl umfangreicher Untersuchungen für Toshiba das beste Haus, den weltweit ersten CT Aquilion RXL zu installieren.“
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06-11-11 08:14
Elektrokrampftherapie – eine Chance für Patienten mit schweren Depressionen
Siegen. Eine Therapie mit negativem Image und guten Ergebnissen stand im Mittelpunkt einer psychiatrischen Tagung, die jetzt am Kreisklinikum Siegen stattfand. Klinikums-Geschäftsführer Bertram Müller und der Chefarzt der Siegener Psychiatrie, Dr. Heiko Ullrich konnten Fachleute aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien im Haus Hüttental begrüßen. Die Teilnehmer sind Mitglieder des Referats „Klinisch angewandte Stimulationsverfahren“ der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychoanalyse und Nervenheilkunde. Erstmals konnten die Mitglieder auch hochrangige Fachleute aus Italien, der Schweiz und Österreich begrüßen - „ein Indiz dafür, dass das Interesse an dieser eigentlich sehr modernen Behandlungsform in ganz Europa sehr groß ist“, so Dr. Ullrich. Erst seit wenigen Jahren wird die EKT in den angelsächsischen Ländern und in Europa stärker angewandt. Dabei hat die große Psychiatrische Abteilung des Kreisklinikums eine herausgehobene Position in der Region – die nächsten Standorte sind die Uni-Kliniken Marburg und Bonn.
Die Experten trafen sich in Siegen, um neue Forschungsergebnisse zu beraten, Qualitätsstandards zu diskutieren und gleichzeitig darüber zu beraten, wie das Thema Elektrokrampftherapie (EKT) künftig transparenter in die Öffentlichkeit transportiert werden kann. Derzeit gebe es noch sehr viele, historisch bedingte Vorurteile bei Fachleuten und medizinischen Laien, die auf die heutige Therapie schon lange nicht mehr zutreffen.
„Die Behandlungsmethoden der dreißiger Jahre werden heute zu Recht als unethisch betrachtet“, erläuterte Dr. Ullrich. Heute stelle die EKT eine schonende, bei einigen Patientengruppen sogar deutlich bessere Behandlungsform dar. Bei älteren Patienten könne der Abbau oder der Verzicht auf Psychopharmaka das körperliche Wohlbefinden deutlich steigern. Auch Patienten mit hoher Suizidneigung oder mit einem depressiven Stupor gehören zu den Zielgruppen für eine EKT. Eine wesentliche Zielgruppe sind auch Patienten, die schon seit längerer Zeit nicht auf Medikamente reagieren. Auch hier gebe es sehr konkrete Hinweise darauf, dass die Elektrokrampftherapie hier weiterhelfen könne. „70 Prozent der Patienten können mit Psychotherapie oder mit Medikamenten geheilt werden. Etwa ein Drittel der Patienten, insbesondere Menschen mit schweren Depressionen, profitiert von dieser konventionellen Behandlung nicht - „das sind dann die Kandidaten für die Elektrokrampftherapie“, fasst Dr. Ullrich zusammen.
Die Elektrokrampftherapie wird mittlerweise weltweit in sehr vielen größeren Kliniken bei Depressionspatienten verwendet. Insbesondere bei schweren Depressionen kann die EKT die Erkrankung zum Stillstand bringen oder sogar heilen. Dabei werden bestimmte Hirnregionen mit leichten Stromstößen stimuliert. Der Stromreiz erzeugt dabei einen künstlichen epileptischen Anfall, der über noch ungeklärte Zusammenhänge eine Verbesserung des Krankheitsbildes erzeugt. Der Patient selber liegt dabei unter Aufsicht eines Anästhesisten in Narkose. Dr. Heiko Ullrich erläutert: „Beim Erwachen können die Patienten vorübergehend desorientiert sein. An die eigentliche Behandlung haben sie dann keine Erinnerung mehr.“
Die Elektrokrampftherapie hat bereits eine über siebzigjährige Tradition. Dass sie heute gelegentlich mit Skepsis betrachtet wird, hat historische Wurzeln. Anders als heute arbeiteten die Ärzte früher ohne Narkose. Zudem gab es die heutigen Möglichkeiten nicht, die Hautleitfähigkeit zu senken. Weil auch mit höheren Spannungen gearbeitet wurde, waren gelegentlich Verbrennungen die Folge. Heute werden die Patienten mit Muskelentspannungsmitteln versorgt. Deshalb sind heftige Muskelschmerzen oder sogar Knochenbrüche heute kein Thema mehr. Die Stromspannung, mit der in der modernen Elektrokrampftherapie gearbeitet wird, liegt heute deutlich unter der früherer Jahre.
Pressekontakt: Dr. Heiko Ullrich, 0271-705-0
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02-11-11 09:30
Gedenkgottesdienst in der Ev. Martinikirche in Siegen am Samstag, 5.11.2011, 17.00 Uhr
Sehr geehrte Damen und Herren,
am Samstag, den 5. November 2011 um 17.00 Uhr
wird in der Ev. Martinikirche in Siegen ein Gedenkgottesdienst für die Menschen stattfinden, die in den vergangenen Monaten im Kreisklinikum Siegen, Häuser Hüttental und Siegen, verstorben sind.
In dem Gottesdienst wird Raum sein, die Klage über den verlust eines lieben Menschen gemeinsam vor Gott auszusprechen aber auch Dankbarkeit auszudrücken darüber, was dieser Mensch für uns gewesen ist.
Nicht alle Angehörigen können wir erreichen,deshalb laden die Krankenhausseelsorger unseres Hauses, Pfarrerin Marianne Mengel-keßler und Pfarrer Günter Jochum, alle Angehörigen auch auf diesem öffentlichen Weg ganz herzlich ein.
Auch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind herzlich eingeladen.
Bilder, Texte und andere Erinnerungen können gerne zum Gottesdienst mitgebracht werden.
Im Anschluß an den Gottesdienst sind alle herzlich zu einem kleinen Imbiß eingeladen.
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02-11-11 09:18
Entzündliche Darmerkrankungen nehmen immer mehr zu
Siegen. Entzündliche Darmerkrankungen nehmen immer mehr zu: „Gerade bei Kindern und Jugendlichen sind Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa massiv auf dem Vormarsch“, sagt Dr. Thomas Gehrke, Chefarzt der Chirurgischen Klinik des Kreisklinikums Siegen. Zudem gebe es in der Region eine nicht zu unterschätzende Zahl von jungen und älteren Menschen, deren Beschwerden noch gar nicht als entzündliche Darmerkrankung diagnostiziert wurde. Diese Besorgnis erregende Entwicklung hat das Kreisklinikum bewogen, am kommenden Samstag ein CED-Symposium für niedergelassene Ärzte auszurichten. Ziel sei es, so Dr. Gehrke, die Mediziner für das Thema zu sensibilisieren. Referieren werden Prof. Dr. Wolfgang Kruis, Chefarzt der Inneren Abteilung des Ev. Krankenhauses Köln-Kalk, Dr. Stefan Schanz (Chefarzt der Medizinischen Klinik 1 des Kreisklinikums Haus Hüttental, Dr. Gehrke und der Pathologe Dr. Matthias Neid (Pathologie des Universitätsklinikums Bergmannsheil Bochum). Zum Thema „Besonderheiten der CED bei Kindern und Jugendlichen“ wird Dr. Rainer Burghard, Chefarzt der Siegener Kinderklinik referieren. Therapeutisches Ziel ist es beim Morbus Crohn, die nicht heilbare Krankheit in eine Remissionsphase zu bringen, also zumindest eine langfristige Beschwerdefreiheit herzustellen. Im Gegensatz zum Morbus Crohn kann die Colitis ulcerosa durch Entfernung des gesamten Dickdarms geheilt werden. Auch beim Morbus Crohn sind chirurgische Eingriffe oft notwendig, allerdings nur zur Behandlung von Komplikationen z.B. Analfistel, Fistel am After. Die Patienten müssen zwar danach ihre Ernährung umstellen, gewinnen jedoch erheblich an Lebensqualität. Dass die Fallzahlen in letzter Zeit so erheblich ansteigen, erzeugt im Kreisklinikum Siegen eine große Besorgnis. Allein bei einem CED-Arzt-Patientenseminar im Sommer diesen Jahres erschienen 30 Gäste unter 18 Jahren. Die bisherige Therapie ist sehr kostspielig. Der neueste Ansatz in der CED-Behandlung, der auch im Siegener Symposium vorgestellt wird, die so genannten Biologica, ist ebenfalls sehr kostenaufwendig. „Je länger ein Patient an einer Darmentzündung erkrankt ist, desto höher ist auch das Darmkrebsrisiko“, sagt Dr. Gehrke. „Diese Patienten müssen sich einmal jährlich einer Darmspiegelung unterziehen.“ Hinzu kommt: Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen haben oft auch eine Neigung zu Depressionen. Verbunden damit ist eine Neigung der Patienten zur Selbstmedikation. Das kann dann sehr ernsthafte Folgen haben. Wichtig ist es vor allem, dass Hausärzte bei unklaren Beschwerden immer die Möglichkeit einer entzündlichen Darmerkrankung im Auge behalten“, so Dr. Stefan Schanz. Zweites „Muß“ sei eine enge Zusammenarbeit zwischen Hausarzt, Gastroenterologen und Chirurgen, wie sie am Kreisklinikum praktiziert wird. Bei jedem CED-Patienten stimmen sich die Mediziner intensiv ab, ob eine medikamentöse Therapie ausreichend ist, oder ob ein chirurgischer Eingriff notwendig wird. Die Ursachen für Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa sind nicht zweifelsfrei erforscht. Es gibt aber sowohl Hinweise auf genetische Vorbelastung als auch auf eine Schwächung des Immunsystems. Die trägt dazu bei, dass Bakterien die natürliche Barriere zur Darmwand leichter überwinden können, um hier chronische Entzündungen oder Fisteln zu verursachen. Das Symposium steht Medizinern offen. Beginn ist Samstag, 15.Oktober 2011 um 9.30 Uhr im Haus der Wirtschaft in Siegen. Der Eintritt ist frei.
Kontakt: Rita Seidl, Kreisklinikum Siegen, Haus Siegen. 0271/23440
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07-10-11 15:00
Patientenbuch – Brücke zwischen Patient und Arzt
Siegen. Die Beziehung zwischen Patient und Arzt ist oft von Unsicherheiten geprägt. Versteht der Patient, was ihm der Arzt zu seiner Erkrankung erklärt hat? Dabei ist die Kommunikation zwischen Arzt und Patient ein sensibles Instrument auf dem Weg zur Genesung. Dieser wichtigen Schnittstelle widmet sich ein neues Projekt der Klinik für Viszeralchirurgie im Kreisklinikum, Haus Siegen. Es will Informationslücken und Sprachlosigkeit zwischen Ärzten und Patienten bekämpfen.
Kernstück des Projekts ist das Patientenbuch, ein modern und funktional gestalteter Ringordner mit allen Informationen zu Diagnostik und Erkrankung, Therapie und Behandlungsverlauf, möglichen Ansprechpartnern und behandelnden Ärzten. Hier werden u. a. sämtliche Untersuchungsbefunde, Ergebnisse von Laboruntersuchungen und Therapieerfolge in Kopie hinterlegt. „Schließlich kann es auch nach Jahren noch entscheidend sein zu wissen, welcher Therapie man sich seinerzeit unterzog und welche Medikamente man damals verschrieben bekam. Das Patientenbuch ist quasi ein händischer Datenspeicher“, wie Chefarzt Dr. Gehrke bemerkt. Es soll die Patienten der Chirurgie im Stadtkrankenhaus gewissermaßen ein Leben lang begleiten. Wenn dann alle Untersuchungsergebnisse in einem Ringordner vorhanden sind, kann der behandelnde Arzt die medizinische Vorgeschichte des Patienten „auf einen Blick“ begutachten. „Diese Transparenz trägt dazu bei, den Patienten als Partner zu verstehen“, hofft Chefarzt Dr. Gehrke. „Das Patientenbuch ist als Brücke zwischen Patient und Arzt gedacht“.
Die Arbeiten am Patientenbuch begannen gleichzeitig mit der Zertifizierung der Viszeralchirurgie im Stadtkrankenhaus zum Darmzentrum durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV). Herausgekommen ist ein ansprechend gestalteter, hervorragend strukturierter Ordner, der jeder Zeit den Überblick über alle bisherigen Ergebnisse und Behandlungen gewährleistet. Dr. Gehrke, Chefarzt der chirurgischen Klinik, verspricht sich von der Einführung der Patientenbücher ein Mehr an Vertrauen zwischen den Beteiligten. Der Patient könne sich viel problemloser über seine Erkrankung und deren Therapie informieren.

Das Pilotprojekt ist zunächst auf die Patienten mit bösartigen Erkrankungen des Dick- und Enddarmes sowie des Afters angelegt. Im Jahr 2012 wollen die Initiatoren des Projekts ihre Erfahrungen auswerten und das Patientenbuch auch Patienten mit anderen Erkrankungen anbieten. In diesem Zusammenhang ermöglicht das Kreisklinikum den Hausärzten auch einen Online-Zugriff auf Patientendaten. Die interessierten Ärzte können mit Zustimmung des Patienten per Computer auf die im Kreisklinikum gespeicherten Patientendaten zugreifen.
„Mit unserem Gesamtpaket möchten wir für den Patienten mehr Transparenz herstellen“, sagt Dr. Gehrke. Gerade Krebspatienten seien schon durch die Diagnose in einer existenziell belastenden Situation, in der jede weitere Unsicherheit vermieden werden sollte. „Mit dem Patientenbuch schaffen wir mehr Sicherheit für die Betroffenen wie auch für die behandelnden Ärzte“.
Die mit diesen Krankheitsbildern bislang behandelten Patienten sollen nachträglich und kostenfrei ihr Patientenbuch erhalten können.
Kontakt: Sekretariat Chefarzt Dr. Gehrke Telefon: 0271/2340-1101
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07-10-11 14:50
Die Zukunft der Pflege gestalten
Die Gesundheitslandschaft verändert sich rasant. In diesen Zeiten dürfen Pflegende sich nicht damit begnügen, Ihre Arbeit mit und an ihren Patienten mit Engagement zu erbringen. Sie müssen sich vielmehr auch in die öffentlichen Debatten einbringen und die Zukunft der Pflege mit gestalten. Dazu rief Martin Rosenthal, Kursleiter des Examenskurses des Kreisklinikums Siegen die 19 Frauen auf, die nun als Gesundheits- und Krankenpflegerinnen ihren Dienst in verschiedenen Bereichen der Pflege aufnehmen werden. Unter dem Vorsitz von Frau Dr. Heike Hill vom Gesundheitsamt des Kreises Siegen-Wittgenstein konnten die Auszubildenden ihre Prüfer/-innen von ihrem Wissen überzeugen. Wie die Lehrer/-innen der Krankenpflegeschule des Kreisklinikums Siegen bestätigten, haben sich die frisch Examinierten in den vergangenen drei Jahren über das fachliche Wissen hinaus auch persönlich entwickelt und menschliche Kompetenz für den Umgang mit den künftigen Patienten erworben. Im Rahmen einer Feierstunde dankte der Schulleiter der Krankenpflegeschule, Herr Stefan Groos, auch ausdrücklich den Praxisanleiter/-innen der Stationen und Fachabteilungen für ihren bedeutenden Anteil an der Praktischen Ausbildung. Diese haben es nämlich mitunter nicht leicht, sich neben ihrer eigentlichen Tätigkeit als Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen auch noch den Belangen des beruflichen Nachwuchses zu widmen. Die Absolventinnen gehören zu einer Generation, die beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat. Gesundheits- und Krankenpfleger gehören derzeit zu den am meisten gefragten Berufsgruppen. Besonders in den Ballungsgebieten kann man schon jetzt mangels Fachkräften von einem Pflegenotstand sprechen. Es ist ein Indiz für die Attraktivität des Hauses als Arbeitgeber und Arbeitsplatz, dass weit mehr als die Hälfte der jetzt fertig gewordenen Auszubildenden ihre Zukunft im Kreisklinikum Siegen sieht.

Der Geschäftsführer der Kreisklinikum Siegen GmbH, Herr Bertram Müller, überreichte die Zeugnisse an die Absolventinnen, die Ihre Prüfung bestanden haben: Aktepe, Serpil, Siegen; Albers, Kristina, Siegen; Arndt, Kiria-Madeline, Siegen; Bart, Katerina, Freudenberg; Bauer, Julia, Hilchenbach; Daub, Melanie, Wilnsdorf; Dreier, Cornelia, Netphen; Ehling, Jennifer, Netphen; Haas, Marie, Dillenburg; Kesper, Angela, Siegen; Klein, Anna, Finnentrop; Kraft, Jacqueline, Hilchenbach; Kunz, Hanna, Siegen; Neuser, Natascha, Wilnsdorf; Pfeiffer, Yvonne, Siegen; Pinstock, Theresa Elisabeth, Siegbach-Eisemroth; Rotariu, Brigitte, Siegen; Uhr, Mareike, Siegen; Weckerle, Sabine, Wilnsdorf.
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18-08-11 09:22
Neuer Krankenhauspfarrer am Haus Hüttental
Siegen. Günter Jochums Laufbahn als Krankenhausseelsorger begann mit einem Irrtum, der eine Kirchengemeinde den Seelsorger kostete. Es war 1995, als der damalige Superintendent Helmut Flender den Gemeindepfarrer Jochum fragte, ob er nicht einen potenziellen Krankenhausseelsorger für die Evangelischen Krankenhäuser Kredenbach und Freudenberg wisse. „An mich hatte Flender überhaupt nicht gedacht“, erinnert sich Jochum heute mit einem Lächeln. „Aber ich hatte schon während meiner Ausbildung Erfahrungen mit klinischer Seelsorge gesammelt und Freude an der Arbeit gefunden“. Zwei Gespräche später, einem mit dem Kreissynodalvorstand und einem mit dem Kuratorium, war Jochum Krankenhausseelsorger. 1999 wechselte er an das Ev. Jung-Stilling-Krankenhaus. Jetzt hat Jochum wiederum nicht die Stelle, aber den Standort gewechselt: Seit einigen Wochen ist er Krankenhausseelsorger im Kreisklinikum Siegen, Haus Hüttental.
Den Wechsel vom Gemeindepfarramt in den Dienst an Kranken begründete Jochum theologisch. Als Gemeindepfarrer sei man eher Sämann. „Im Gottesdienst sind 100 Menschen, von denen man nicht weiß, welches das gerade passende Wort ist. Da fällt viel auf steinigen Boden“. In der Seelsorge sei es eher wie beim Pflanzen. Da merke man unmittelbar, was nötig sei und wie es ankommt.
Günter Jochum will aber nicht nur Patienten betreuen, oder sich auf den „Spezialisten für Sterbende“ reduzieren. Oft genug benötigt auch das Krankenhauspersonal Unterstützung. Er weiß, dass die Arbeitsverdichtung an allen Krankenhäusern erheblich zugenommen hat. Wo die Mitarbeiter sich früher die Zeit genommen haben, menschlich mit den Patienten umzugehen, kommt das heute trotz hoher Motivation oft zu kurz. Dabei ist nicht nur die körperliche Belastung gestiegen, sondern auch oft der seelische Streß. „Die Helfenden brauchen zuweilen selbst Hilfe“, sagt Jochum. Die Schwelle, diese in Anspruch zu nehmen sei jedoch „sehr hoch“.
Günter Jochum ist nicht mit der Erwartung ins Kreisklinikum gegangen, die Seelsorge hier neu zu gestalten. In diesem Haus sei schon in den vergangenen Jahren sehr gute Arbeit geleistet worden, gerade im Bereich der ethischen Grundlagen des Krankenhausbetriebes. Man habe sich hier bereits sehr viele Gedanken gemacht, wie man, jenseits der Abrechnungen mit den Krankenkassen menschlich , mit den Patienten umgeht. „Hier will ich mich mit meinen Möglichkeiten einbringen“. Die Freiheit, ohne starre Festlegungen und Vorgaben sinnhaft zu arbeiten, „eine solche Freiheit gibt es nur ganz selten“.
Günter Jochum tritt die Nachfolge von Krankenhauspfarrer Jörg Hausmann an, der im vergangenen Jahr in ein Gemeindepfarramt gewechselt ist.
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15-08-11 09:15
Burnout
Siegen. Ein Schlagwort geistert derzeit durch die Medien: Burnout. Die Diskussion entstand pünktlich zum Sommerloch durch die Untersuchung einer Krankenkasse, wonach immer mehr Menschen unter dem Burnout-Syndrom leiden. Was zunächst nur eine mediale Welle widerzuspiegeln scheint, hat einen ernsten Hintergrund. „Aus dem Bauch heraus denke ich, dass die Fallzahlen in den vergangenen Jahren stark zugenommen haben“, glaubt Dr. Heiko Ullrich, Chefarzt der Psychiatrie am Kreisklinikum Siegen,. Haus Hüttental. Statistisch lässt sich das viel schwerer nachweisen. „Das Burnout-Syndrom ist keine Krankheit im eigentlichen Sinne, sondern die Beschreibung eines Vorganges“, sagt Dr. Ullrich. Oft könne man das, was man volkstümlich als Burnout einstufe, in den Bereich Depressionen einsortieren. Manchmal gebe es aber auch Hinweise auf andere seelische Erkrankungen.
Tatsache ist jedoch, dass der Burnout schleichend beginnt und vom Betroffenen selber auch gar nicht wahrgenommen wird. Oft genug trifft es Menschen, die am Arbeitsplatz unter hoher Belastung stehen, dynamisch und zupackend erscheinen und oft in dem Glauben leben, mit ihrer Arbeitsleistung unentbehrlich zu sein. Was dann folgt, ist das Ignorieren eigener Wünsche und Bedürfnisse, das Abbröckeln von Freundschaften und Bekanntschaften. Und dann kommt die Erschöpfung, beschreibt ein Betroffener, der Eindruck, plötzlich anfälliger für Infektionen zu sein, und schließlich das Gefühl von Mattigkeit. „Man sieht nicht nur alt aus, man fühlt sich auch so.“ Im letzten Stadium sinken schließlich Leistungsvermögen und Selbstwertgefühl dramatisch ab.
„Menschen in helfenden Berufen sind besonders bedroht“, sagt die Betriebsärztin des Kreises Siegen-Wittgenstein, Dr. Inge Weissinger. Gerade Mitarbeiter im Kontakt mit den oft schwierigen und vielschichtigen Problemen ihrer Klienten sind gefährdet. Nicht zuletzt deshalb bekommen gerade Mitarbeiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes in der Kreisverwaltung und des Fachservices Jugend und Familie das Angebot der Supervision.
Doch es sind nicht nur berufliche Belastungen, die Menschen in einen Burnout treiben. Menschen, die pflegebedürftige Angehörige über ihre Leistungsgrenze hinaus betreuen, fallen dem Burnout ebenfalls oft zum Opfer. Dr. Heiko Ullrich ist noch eine Besonderheit im Siegerland aufgefallen. Wirtschaftliche Sorgen um Arbeitsplatz und Einkommen können Menschen über Gebühr belasten. „Und dann habe ich den Eindruck, dass die Sorge, das eigene Haus halten zu können, die Menschen hier stark belasten kann“. Im Ruhrgebiet, wo Dr. Ulrich früher arbeitete, „war es öfters die Sorge, in eine kleinere, weniger angenehme Mietwohnung umziehen zu müssen.“
Burnout ist nicht nur für die Betroffenen eine oft dramatische Erfahrung, meint auch die Psychiatriekoordinatorin Bärbel Müller-Späth. . Auch ihre Arbeitgeber können erheblich leiden. „Nicht allein, dass Burnout-Betroffene ebenso wie depressiv Erkrankte oft wochenlang ausfallen“, sagt Dr. Weissinger. „Nicht vergessen werden darf auch die Zeit, in der sie nur körperlich am Arbeitsplatz präsent sind.“ Beim Kreis Siegen-Wittgenstein hat man deshalb bereits frühzeitig begonnen, die Ursachen für Burnout-Erscheinungen zu analysieren. Stressursachen liegen beim Einzelnen und beim Unternehmen, deshalb ist erfolgreiches Stressmanagement immer Aufgabe des Einzelnen und des Unternehmens. „Es ist wie beim Alkoholiker am Schreibtisch nebenan“, so Dr. Weissinger. „Einfach drüber hinwegsehen ist die falsche Entscheidung“. Immerhin könnten die Betroffenen in den seltensten Fällen selber einschätzen, wie gefährdet sie sind. Und „je frühzeitiger ein drohender Burnout mit geeigneten Therapien behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
Hintergrund: In Deutschland ist die Quote der beschwerdefreien Lebenserwartung deutlich niedriger als in anderen Ländern. Frauen schaffen im Durchschnitt 57 Jahre bis zu den ersten gesundheitlichen Problemen, Männer nur knapp 56 Jahre. In Schweden dauert es zwölf Jahre länger bis zu den ersten gravierenderen Beschwerden. Unter anderem diese Erkenntnis führt allmählich zu einem Bewusstseinswandel. Ausgangsthese ist: Das Kapital eines rohstoffarmen Landes ist das Hirn der Mitarbeiter, aber auch deren Gesundheit. Die Kultur eines Unternehmens ist mitentscheidend dafür, wie gesund die Beschäftigten bleiben. Ein Unternehmen ist umso erfolgreicher, je fitter die Belegschaft ist. Beim Thema Burnout, weiß Dr. Weissinger, sei das Problem „nicht alleine die Fehlzeit, sondern noch mehr die Zeit, in der der Mitarbeiter noch am Schreibtisch sitzt und überhaupt nicht mehr in der Lage ist, Leistung zu bringen“. Dieses Problem könne sich in Zahlen dramatischer für ein Unternehmen auswirken als tatsächliche Fehlzeiten. Investitionen in betriebliche Gesundheitsvorsorge können sich also um ein Vielfaches rentieren.
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05-08-11 09:15
ZEMIP: Schmerzarme Hämorriden-Therapie im Kreisklinikum Siegen

Siegen. Das Thema Hämorriden wird immer mit unangenehmen Begleitumständen verbunden. Das neu gegründete Zentrum für minimal-invasive Proktologie am Kreisklinikum (ZIMEP) will jetzt unter dem Motto „Schmerzen waren gestern“ zeigen, dasss es auch anders geht. Dr. Guido Weyand, der das Zentrum im Haus Siegen betreut, ist auf die operative und konservative Therapie von Krankheiten an After und Mastdarm spezialisiert. Das bedeutet: Im Haus Siegen können Patienten damit rechnen, dass Untersuchung und Therapie ihrer Erkrankung dank neuer Techniken viel schonender stattfindet.
Im Kreisklinikum werden große Operationswunden durch moderne endoskopische Geräte und eine neue Lasertechnik vermieden. „Wir setzen einen drei bis fünf Millimeter großen seitlichen Schnitt, durch den wir eine Lasersonde bis zum Hämorrhoidalknoten führen“, erläutert Dr. Weyand. Dann wird der Knoten durch einen Hitzereiz verkleinert und gewissermaßen zum Schrumpfen gebracht. Auch bei der Behandlung von komplizierten Analfisteln ist eine minimal-invasive Behandlung im Kreisklinikum möglich. Dabei wird der Fistelgang mit einem Laserstrahl verschweißt und verschlossen. Für die weitere Behandlung ergeben sich einige Vorteile: Es kommt nicht zu Nachblutungen, und Hygiene und Wundversorgung sind viel problemloser zu bewältigen. Zugleich ist es jetzt möglich, das vielen Patienten sehr peinliche Thema Inkontinenz minimal-invasiv anzugehen. Mit einem Schrittmacher können die besonders belasteten Nerven im Beckenboden stimuliert werden, um die Funktion des Schließmuskels wieder zu normalisieren.
Die jetzt im Haus Siegen des Kreisklinikums möglichen Operationstechniken bedeuten für für Patienten deutliche Vorteile. Der berüchtigte „Schwimmring“, der Hämorridenpatienten früher als schonende Sitzhilfe diente, hat heute fast ausgedient, sagt Dr. Weyand. Die Eingriffe finden neben der Vollnarkose zusätzlich unter lokaler Betäubung statt. Damit werde Schmerz auf ein Mindestmaß reduziert.
Was bleibt, sind gute Ratschläge zur Vorbeugung: „Wer sich gesund ernährt und sich regelmäßig bewegt und allenfalls mäßig Alkohol trinkt, hat gute Chancen, die unangenehmen Aftererkrankungen zu vermeiden“, so Dr. Weyand. Das Kreisklinikum bietet dreimal wöchentlich, Montag, Dienstag und Freitag Beratungssprechstunden an, wobei freitags die Themen Inkontinenz und Beckenboden im Mittelpunkt stehen. Terminabsprachen sind unter der Telefonnummer 0271-234-1103 möglich.
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