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Kniechirurgie

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Kreisklinikum
investiert in
die Zukunft
31,8 Millionen
Euro in neues
Bettenhaus –
Ärztehaus kommt

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Meniskus-Schädigungen

Typische Situationen, die zu einer Verletzung eines Meniskus führen sind z.B.Verdrehbewegungen bei Fußball, Hallensport oder einfach beim Aussteigen aus dem Auto. Viele weitere z.T. völlig einfache Bewegungen können – oft auch als degenerative Verletzung, d.h. der Meniskus war vorgeschädigt bzw. schon verschlissen – ebenfalls zu einer Verletzung eines Meniskus führen. Dabei ist der Innenmeniskus 3 mal häufiger betroffen als der Außenmeniskus. Typisch sind dann Schmerzen am Knieinnen- bzw. -außenrand und das Gefühl, dass irgendetwas im Kniegelenk klemmt oder blockiert.


Die blauen Pfeile oben markieren einen gesunden Meniskus während einer Kniegelenksspiegelung (Arthroskopie). In der Mitte ist durch rote  Pfeile ein Meniskusriß dargestellt. Ist der Riß nicht älter als ca. 1 Woche und im gut durchbluteten Bereich, führen wir bei aktiven Patienten nach Möglichkeit eine Meniskusnaht durch. Hieraus ergibt sich jedoch eine längere Nachbehandlungszeit, so dass weniger ambitionierte oder ältere Menschen eher von einer Entfernung des Teils, der eingerissen ist, profitieren. Hier ist die Nachbehandlung erheblich kürzer – oft kann die Operation auch ambulant durchgeführt werden.




Da bei den meisten Menschen die erste Verletzung länger zurückliegt oder der Meniskus schon durch Verschleiß vorgeschädigt ist, kommt die Naht des Meniskus im Vergleich zur Entfernung (Bild unten) eher selten zur Anwendung. Bei einer Teilentfernung kann der Patient in der Regel wenige Tage nach OP wieder voll belasten, so dass unerwünschte Nebeneffekte minimiert werden können.



Kreuzband-Verletzungen

Meistens handelt es sich bei Kreuzbandverletzung-
en um Risse des vorderen Kreuzbandes; das hin-
tere wird nur bei sehr schweren Unfällen (z.B. mit
dem Auto gegen ein Hindernis prallen) verletzt. Die vordere Kreuzbandruptur (Riß) tritt meist bei Belastung auf. So ist eine typische Ursache der Sturz beim Skifahren, wobei das Bein im Schnee hängen bleibt. Ebenfalls bei Mannschaftsportarten, v.a. beim Fußball ist das Kreuzband gefährdet (z. B. beim Pressschlag).

Typisch sind dann mäßige bis starke Schmerzen mit Schwellung und das Gefühl, dass das betrof-
fene Bein wegknickt - es wackelt regelrecht, man hat keinen sicheren Halt mehr. 

Der blaue Pfeil oben markiert ein gesundes vor-
deres Kreuzband während einer Kniegelenksspie-gelung (Arthroskopie). Rechts ist durch rote Pfeile eine Kreuzbandruptur dargestellt. Es stehen ledig-
lich noch Reste des ehemaligen Bandes; der ehe-
malige Verlauf des Kreuzbandes ist durch gelbe Striche angedeutet.

Lediglich bei sportlich nicht aktiven Menschen, die keine Schmerzen und kaum Unsicherheitsgefühl im Kniegelenk verspüren, kann eine Kreuzbandruptur konservativ, d.h. ohne OP versorgt werden. Im Regelfall will der Patient jedoch weiterhin aktiv sein und leidet oft unter o.g. "Weggehen" des Beines. Auch aufgrund der drohenden frühzeitigen Arthro-
se (wegen einer abnormen Beweglichkeit) sollte
das Kreuzband wiederhergestellt werden.

In diesem Fall führen wir eine arthroskopisch ge-
stützte Wiederherstellung des vorderen Kreuz-
bandes durch. Hierzu wird eine körpereigene Sehne entnommen und zu einem Kreuzband geformt. Den Verlust der Sehne merkt man im Allgemeinen nicht. Das "Transplantat" (blauer Pfeil) wird nun mittels Bohrkanälen in der Position des alten Kreuzbandes fixiert, so dass das Knie stabil wird. Im Foto wird
die Festigkeit des neuen Bandes mit einem Haken überprüft.









Die Kniescheibe

Zu den häufigsten Krankheitsbildern der Knieschei-
be zählt die akute bzw. die chronische Aus
renkung (Luxation). Als Ursache für eine Kniescheibenluxa-
tion kann man häufig eine abweichende Form der
Kniescheibe selbst sowie von ihrem Gleitlager am Oberschenkelknochen finden. Dies führt dazu,
dass die Kniescheibe bei Beugung im Kniegelenk
aus ihrem regelrechten Lauf nach außen
abwandert. 

Kommt es nun unter Belastung zu dieser Situation, kann die Kniescheibe aus ihrem Lager heraussprin-
gen und sich seitlich verklemmen. Die Kniescheibe
ist ausgerenkt und muß meist vom Arzt wieder ein-
gerenkt werden. Bei diesem Trauma reißt fast im-
mer die gegenüberliegende Befestigung der Knie-
scheibe, das Retinaculum patellae mediale. Dies wiederum bedeutet, dass die Kniescheibe in Zu-
kunft noch leichter ausrenken kann, da ja ein Teil
der Verankerung zerstört ist. Die Patienten geben dann an, dass die Kniescheibe immer mal wieder "rausgeht" - meist
geht sie dann auch wieder von allein zurück.

Durch das Ausrenken oder durch das Aus- und Ein-
renken können Schäden am Knorpel der Knieschei-
be und des Oberschenkelknochens entstehen, so
dass es zur frühzeitigen Arthrose kommt.


Um dies und das weitere Ausrenken zu verhindern, werden in unserer Klinik verschiedene operative Verfahren eingesetzt. Selbstverständlich sollte je nach Situation vor einer OP eine konservative Therapie mit Muskelaufbautraining durchgeführt werden. Leider führt dies nicht immer zu dauer-
haften Erfolg.

Wir führen in diesem Fall eine Arthroskopie durch,
um den Knorpel beurteilen und gegebenfalls glätten zu können. Hierbei kann auch direkt (also während der Arthroskopie) ein sogenanntes laterales
release durchgeführt werden. Hierbei soll die Knie-
scheibe wieder in den richten Lauf gebracht wer-
den. Reicht dies nicht aus, führen wir als weitere OP eine Kombination aus lateralem release und einer medialen Raffung durch. 

Die dritte und größte Operation ist die Versetzung
der ganzen Kniescheibensehne mit Knochenblock am Schienbeinknochen. So wird die gesamte Führ-
ung der Kniescheibe verändert, um ein Heraus-
springen zu verhindern. 

Welches Verfahren das sinnvollste ist, wird sich
von Fall zu Fall unterscheiden.



Umstellungsoperation bei Beinachsenabweichung

Bei vorliegender Beinachsenabweichung (O-Bein oder X-Bein) können durch die ungleichmäßige Belastung der Knorpelanteile im Kniegelenk einseitige Knorpelschäden auftreten. Sind die Schäden noch nicht bis zur vollständigen Zerstörung fortgeschritten, kann man durch Veränderung der Beinachse Linderung der Beschwerden und Verlangsamung der Verschleiß-Prozesse herbeiführen. Bildlich gesprochen kann man die Situation mit einem Auto vergleichen, dessen Spur verstellt ist. Der Reifen wird schief und einseitig abgefahren. Wir stellen nun die Spur ein, so dass der Reifen wieder gleichmäßig belastet wird und gleichzeitig die Störungen, die der Fahrer bemerkt hat reduziert werden.

In unserer Klinik wird die Achsabweichung mittels kniegelenksnaher Umstellungsoperation begradigt. Dies geschiet durch Einsägen zum Beispiel des Schienbeins unterhalb des Kniegelenks und Verändern der schiefen Achse. Dies wird dann mit einer sehr stabilen Titanplatte und stabilen Schrauben gehalten, bis der Knochen wieder festgeheilt ist. Nach ca. ein bis zwei Jahren sollte die Platte wieder entfernt werden. Für wen eine solche OP sinnvoll ist und in Frage kommt, wird in der Sportambulanz im Rahmen der Therapie-planung erörtert. Im Schnitt muss der Patient 4 Wochen lang nach der OP an Gehstützen entlasten. Je nach Röntgenbefund ist dann die Steigerung der Belastung erlaubt.