Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Robotische Chirurgie

Mensch und Maschine – diese Kombination stellt inzwischen auch im Krankenhaus eine optimale Symbiose dar. Genau deshalb hat sich das Kreisklinikum Siegen im Jahr 2018 dafür entschieden, das "da Vinci Xi-System" des Unternehmens Intuitive Surgical anzuschaffen. Aktuell kommt der Da Vinci-Roboter vor allem in der Viszeralchirurgie bei Operationen des Enddarms, entzündlicher Darmerkrankungen, wie Morbus Crohn, Speiseröhrenkrebs oder der Adipositas-Chirurgie zum Einsatz. Gerade im Bereich der Adipositas-Chirurgie ist das Kreisklinikum Siegen eine von nur wenigen Kliniken deutschlandweit, die auf diesem Gebiet ein roboterassistiertes Operationssystem verwenden.

Vorteile des offenen und des laparoskopischen Operierens werden kombiniert

Gerade im Hinblick auf die Historie hat sich die Roboter-Chirurgie gegenüber anderen Methoden als vorteilhaft erwiesen. So wurden in der Vergangenheit Operationen im Bauchraum zunächst durch einen großen Schnitt mit Eröffnung der Bauchhöhle und dann mit dem Einführen der Hände in den Bauchraum bewerkstelligt. In den 70er Jahren kam dann mit Erfindung der Laparoskopie eine Methode hinzu, mit der man einerseits die großen Schnitte vermeiden konnte und anderseits mit relativ wenig Trauma im Bauchraum agieren konnte. Dennoch hat sich die Laparoskopie bei komplizierteren Eingriffen flächendeckend nicht durchgesetzt. So werden selbst Operationen im Enddarm momentan in Deutschland nur in 40 Prozent der Fälle mit der Kameramethode durchgeführt. Dies hat zum einen den Grund, dass der Chirurg bei dieser Methode zwar über eine Kamera eine gute Sicht hat, das Bild jedoch in der Regel nur zwei- statt dreidimensional ist. Des Weiteren sind die Bewegungen der Instrumente im Bauchraum bei dieser Methode genau gegenläufig zu den Bewegungen außerhalb des Bauchraums, das heißt wenn der Chirurg das Instrument außen anhebt, bewegt sich dieses im Bauchraum nach unten. Gleichzeitig werden dem Chirurgen durch die Instrumente die Bewegungen im Handgelenk genommen.

Die Robotersysteme, die nun in den letzten Jahren auf dem Markt erschienen sind, versuchen jetzt die Vorteile des offenen und des laparoskopischen Operierens zusammenzuführen. So bieten die Kamerasysteme dem Chirurgen eine mehrfach vergrößerte dreidimensionale Sicht des Operationsfeldes. Gleichzeitig werden die Instrumente zwar über ähnlich kleine Zugänge wie beim Laparoskopieren eingeführt, die Instrumente können aber im Bauchraum wie die Hände und die Handgelenke des Chirurgen bewegt werden. Die Bewegungen werden dabei von einer Konsole auf die Instrumente übertragen. Dies führt dazu, dass man mit dem Robotersystem im Bauchraum deutlich präzisier als mit der Kameramethode operieren kann und das man zukünftig auch komplexere Eingriffe, wie Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse und Eingriffe an der Speiseröhre, mit diesem System durchführen wird.