Die Kurzschaftprothese

Die Möglichkeit, den wertvollen Knochen bei einer Hüftprothesenoperation so weit wie möglich zu erhalten, ist durchaus erstrebenswert.

Jedoch darf dies nicht auf Kosten der Stabilität gehen. Deshalb sind für die Anwendung der oben gezeigten "Kurzschaftprothese" (das Modell wird nur im Schenkelhals verankert) spezifische Voraussetzungen notwendig.

Der Knochen des Patienten sollte – noch mehr als bei der oben beschriebenen zementlosen Verankerung – von guter Qualität sein. Auch die Kurzschaftprothese wird ohne Zement implantiert. Sie verklemmt sich im Schenkelhals des Oberschenkelknochens und minimiert so den Knochenverlust. Dies bringt dann einen Vorteil, wenn der schmerzgeplagte Patient noch jung ist und eine Wechseloperation mit ziemlicher Sicherheit eingeplant werden muss. Hier bringt nun das knochensparende Vorgehen eine bessere Ausgangssituation für eine zweite Operation. Hiermit ist eine weitere Voraussetzung schon erwähnt. Die Kurzschaftprothese ist in erster Linie für jüngere Patienten (< 65 Jahre) konzipiert, da hier der Knochen erwartungsgemäß noch relativ fest und dicht ist.

Schließlich kann die Möglichkeit, eine Kurzschaftprothese zu verwenden, erst während der Operation gesichert werden, wenn der Operateur den Knochen des Patienten beurteilen kann.