Anlässlich 21. Internationaler Drogentotengedenktag: Substitutionsambulanz öffnet ihre Türen

Am 21. Internationalen Drogentotengedenktag einen wichtigen Schritt gegangen: v.l. Jennifer Kraus, Sandra Meier, Dr. Maren Thomas (Schlossapotheke), Sylvia Gabelmann, Karin Kraus, Landrat Andreas Müller und Dr. Sezer Lammers

Gegen Stigmatisierung und Ausgrenzung der Drogengebraucher arbeiten – einen großen Schritt auf diesem Weg ist das Team der Substitutionsambulanz des Kreisklinikums Siegen bestehend aus Oberärztin Dr. Sezer Lammers, Sandra Meier, Karin Kraus sowie Susen Zeiger und Jennifer Kraus jetzt gegangen. Anlässlich des 21. Internationalen Drogentotengedenktages öffneten sie in Kooperation mit der Schlossapotheke am Kreisklinikum die Türen der Ambulanz, um den Verstorbenen und ihren Angehörigen die Wertschätzung entgegen zu bringen, die sie verdienen. Denn die Patienten sollten in die Gesellschaft integriert, nicht ausgegrenzt werden.

„Der Weg in die Drogensucht ist leicht und schnell – der Weg hinaus dagegen, unendlich hart, unendlich lang – und nicht immer vom Erfolg gekrönt. Ich bin dankbar, dass wir hier im Kreisklinikum Siegen mit unserer Substitutionsambulanz ein Angebot haben, das Drogenabhängigen dabei helfen kann, einen Weg zurück ins Leben zu finden“, so Landrat Andreas Müller, dem dieser Tag ein wichtiges Anliegen war. „Rückschläge bleiben dabei nicht aus und trotzdem lebt die Arbeit der Ambulanz von Hoffnung: von der Hoffnung, dass es für Drogenabhängige möglich ist, die Abwärtsspirale der Abhängigkeit zu durchbrechen und wieder zurück ins Leben zu finden.“

Ganz besondere Momente der Wertschätzung für die Verstorbenen entstanden im Rahmen der Zeremonie, bei der Freunde und Angehörige Kerzen zum Gedenken anzündeten. Die Patienten, die in die Ambulanz kommen, stehen an sehr unterschiedlichen Stellen in ihrem Leben. Der Jüngste ist gerade mal 20, der Älteste fast 70. So waren auch die persönlichen Worte, die sie an die Besucher richteten, sehr verschieden und dennoch alle gleichsam berührend.

Eine klare politische Botschaft und Perspektive brachte Sylvia Gabelmann, Mitglied des Bundestages und Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, ein: „Wir brauchen einen Mentalitätswechsel in der Gesellschaft und in der Politik: Menschen in Not ist zu helfen!“ Dabei unterstrich sie den Satz, der auch dem Team der Ambulanz ganz besonders am Herzen liegt: „Drogengebraucher brauchen Hilfe, keine Strafe“ – aus den Reihen der Betroffenen waren zustimmende Worte zu hören. „Ich möchte allen Mitarbeitern der Drogenberatungsstellen, Hilfseinrichtungen, AIDS-Hilfen und natürlich der Substitutionsambulanz für den Einsatz danken. Vor allem gebührt aber auch den Betroffenen ein großer Dank. Ich danke Ihnen, dass Sie sich trotz des keineswegs einfachen Alltags hier und heute gesellschaftspolitisch einmischen.“