Kreisklinikum Siegen investiert 1,5 Mio. Euro in Ausbau der Stroke-Unit

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute – doch nicht nur das: Neben einer schnellen Diagnose und Erstversorgung ist ebenso die Qualität der medizinischen Behandlung entscheidend. Das Kreisklinikum Siegen investierte daher kürzlich im Zuge einer erneuten Zertifizierung insgesamt 1,5 Mio. Euro in seine neurologische Schlaganfall-Spezialstation, die sogenannte Überregionale Stroke Unit. Verwendet wurde das Geld, um die von der Zertifizierungsgesellschaft empfohlene Aufstockung von 12 auf 16 Betten umzusetzen und im Zuge des Ausbaus Modernisierungsmaßnahmen durchzuführen. Insbesondere wurde eine Ausstattung mit modernsten Monitorsystemen inklusive automatisierter Herzrhythmusanalyse zur Patientenüberwachung vorgenommen. Für eine bestmögliche pflegerische Versorgung wird zudem das Pflege-Team der Station zukünftig um zehn weitere Vollzeitkräfte auf dann 38 aufgestockt werden.


„Unsere Überregionale Stroke Unit ist für die hohe Qualität der medizinischen Versorgung unserer Patienten von großer Bedeutung“, erklärt Bertram Müller, Geschäftsführer des Kreisklinikums Siegen. So bietet die seit mehr als 20 Jahren bestehende und nach den aktuellen Qualitätsstandards der Deutschen Schlaganfallgesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zertifizierte Stroke Unit jährlich rund 2.000 Patienten aus der Region eine bestmögliche neurologische Intensivversorgung mit sämtlichen Möglichkeiten der modernen Schlaganfallbehandlung. Dabei erfolgt unter anderem auch eine enge Kooperation mit der Neuroradiologie im Kreisklinikum, die ebenfalls ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal in der Region bildet und für die Patienten rund um die Uhr eine neuroradiologische Diagnostik und Therapie sicherstellt. „Hier stehen Tag und Nacht Spezialisten bereit, um mit modernsten Katheterverfahren durch den Schlaganfall verschlossene Gefäße im Gehirn wieder zu eröffnen“, so Dr. Burkhard Irnich, Chefarzt der neuroradiologischen Abteilung.


„Die allgemeine neurologische Versorgung in unserer Region ist mit unseren 130 Betten in der Neurologie ausreichend gedeckt“, erklärt Prof. Martin Grond, Ärztlicher Direktor des Kreisklinikums Siegen und Chefarzt der Klinik für Neurologie und bezieht sich dabei auf ein erst kürzlich erschienenes Gutachten der „Partnerschaft Deutschland“ zur Krankenhauslandschaft in NRW. „Jedoch mangelte es bisher an Betten im Bereich spezialisierter Stroke Units. Mit der Aufstockung unserer Abteilung um vier weitere Betten schließen wir somit eine Versorgungslücke in der Region Siegen-Wittgenstein“, erläutert Grond weiter. Eine Einschätzung, die Prof. Dr. Otto Busse, der als medizinischer Sachverständiger der Deutschen Schlaganfall Gesellschaft die Zertifizierung durchgeführt hat und nun das offizielle Zertifikat an die Beteiligten übergab, teilt. „Im Kreisklinikum Siegen finden Patienten eine große und hochspezialisierte Stroke Unit mit überregionaler Qualität vor. Diese Bündelung von Expertise an einem Ort spiegelt den allgemeinen Trend einer Spezialisierung im Bereich der Krankenhauslandschaft wider und kommt dem Patienten zu Gute“, so Busse.


Neben einer modernen räumlichen und medizinischen Ausstattung ist für die erfolgreiche Zertifizierung als Überregionale Stroke Unit auch ein multiprofessionelles Team notwendig. So arbeiten im Kreisklinikum speziell geschulte Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten rund um die Uhr Hand in Hand, um zur bestmöglichen Versorgung der Patienten beizutragen. „Wir sind stolz die hohen Qualitätsstandard für eine Überregionale Stroke Unit in den Bereichen apparative und personelle Ausstattung, Diagnostik sowie in der Organisation erneut erfüllen zu können“ freut sich auch Robert Weller, der die Zertifizierung als Qualitätsmanagement-Beauftragter begleitet und organisiert hat. Als nächster wichtiger Schritt steht nach der Aufstockung der Betten nun auch die Erweiterung des Pflege-Teams von 28 auf 38 Vollzeitstellen in der Stroke Unit an. Somit wird nicht nur eine individuelle und umfassende Patientenbetreuung, sondern auch eine deutliche Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im pflegerischen Bereich sichergestellt.