Siegener Neurologe an der Spitze der DGN

Prof. Dr. Martin Grond, Chefarzt der Neurologischen Klinik am Kreisklinikum Siegen ist jetzt zum Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) gewählt worden.

Prof. Grond war erst vor zwei Jahren Dritter Vorsitzender. Schlaganfall-Experte Professor Grond folgt zum Jahreswechsel auf Prof. Dr. med. Dr. h.c. Wolfgang H. Oertel, Direktor der Klinik für Neurologie der Philipps Universität Marburg. Mit der Wahl von Prof. Grond ist nicht nur eine persönliche Auszeichnung verbunden. Dass mit Prof. Grond jetzt ein Chefarzt eines kommunalen Krankenhauses an die Spitze des einflussreichen Verbandes gewählt wurde, ist eine Premiere. Bisher war das Präsidentenamt den Direktoren neurologischer Universitätskliniken vorbehalten. Die von Prof. Grond geleitete Neurologische Klinik des Kreisklinikums Siegen gilt als außerordentlich erfolgreiche und hochmoderne Einrichtung.

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie mit ihren über 7000 Mitgliedern und ihrer mehr als 100jährigen Geschichte  ist eine der bedeutendsten deutschen Fachgesellschaften.  Sie ist die größte neurologische Gesellschaft Europas und hat Ihren Sitz in Berlin, um nah an der Politik, den anderen Entscheidungsträgern in der Medizin und an den überregionalen Medien zu sein. Sie sieht ihre zentrale Aufgabe darin, die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu verbessern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit soll dementsprechend für Prof. Grond die Förderung des neurologischen Nachwuchses sein. Hier gebe es angesichts der demografischen Entwicklung und des beginnenden Konkurrenzkampfs um den ärztlichen Dienst erheblichen Bedarf. Wesentlich sei aber auch die Neujustierung des Verhältnisses der Neurologie zur Geriatrie (Altersheilkunde). Dies ist auch ein Thema, das Prof. Grond jetzt mit Mitgliedern des Gesundheitsausschusses des Bundestags in Berlin erörtern wird. Schon jetzt entfallen die höchsten Krankheitskosten in Deutschland auf Erkrankungen des Nervensystems, diese Kosten werden mit zunehmendem Altern der Bevölkerung explodieren. „Die Neurologie hat Antworten auf diese gesundheitspolitische Herausforderung“, sagte Prof. Grond. „Zwei Drittel aller altersbedingten Störungen müssen vom Neurologen behandelt werden, eine geriatrische Versorgung ohne Neurologie ist nicht vorstellbar“.